Zu den familienrechtlichen Angelegenheiten gehören u.a.

  • Ehesachen (Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe oder Feststellung des Bestehens/Nichtbestehens einer Ehe)
  • Kindschaftssachen
  • Unterhaltssachen
  • Gewaltschutzsachen
  • Abstammungs- und Adoptionssachen
  • Lebenspartnerschaftssachen

In der Praxis am bedeutsamsten sind die Ehescheidungssachen

Wenn Sie sich in einer Trennungssituation befinden, dann befinden Sie sich oft nicht nur emotional in einer schwierigen Situation, sondern es stellen sich zugleich existenziell wichtige Fragen. Dies beginnt schon zu dem Zeitpunkt der Trennungserklärung des einen Ehegatten.

Können wir in unserer bisherigen Wohnung getrennt leben oder muss ein Ehegatte ausziehen?
Bei der Suche nach einer neuen Wohnung: Welche finanziellen Mittel stehen mir zur Verfügung?
Wie können der Hausrat bzw. unser gemeinsames Vermögen aufgeteilt werden?
Was müssen wir tun, wenn über eine im Miteigentum der Eheleute stehenden Immobilie, für welche nicht unerhebliche Kreditverpflichtungen bestehen, eine Entscheidung getroffen werden soll?
Wo werden die (gemeinsamen) Kinder zukünftig wohnen, welche Umgangsregelungen sollen vereinbart werden?
Welche Ansprüche auf Kindesunterhalt bestehen?
Habe ich auch einen Anspruch auf Trennungs- bzw. nachehelichen Unterhalt?
Was bedeutet Versorgungsausgleich?

Zu all diesen Fragen ist es möglich, eine Scheidungsfolgenvereinbarung mit beiden Ehegatten zu erarbeiten. Im Ergebnis bedeutet diese, dass zwischen den Ehegatten wichtige Konfliktpunkte beseitigt und zumindest ein Teil eventueller Streitigkeiten vermieden werden kann.

Diese und weitere Fragen stellen sich für Sie, noch bevor ein Antrag auf eine einvernehmliche Scheidung gestellt werden kann. Dieser setzt voraus, dass beide Ehegatten zumindest ein Jahr getrennt gelebt haben und beide einvernehmlich geschieden werden möchten. Gegen den Willen des anderen Ehegatten kann ein Ehescheidungsantrag erst nach dreijährigem Getrenntleben gestellt werden.

Möchten Sie nach Ablauf des Trennungsjahres nunmehr einen Antrag auf einvernehmliche Scheidung der Ehe beim zuständigen Gericht stellen, so müssen Sie als Antragsteller zwingend anwaltlich vertreten sein. Wenn Sie als Antragsgegner dem Scheidungsantrag „nur“ zustimmen und keine eigenen Anträge stellen möchten, ist eine anwaltliche Vertretung nicht zwingend vorgeschrieben. Im Ehescheidungsverfahren wird dann, sofern keine gesonderten Anträge gestellt werden, über das Scheidungsbegehren der Eheleute sowie über den Versorgungsausgleich entschieden.

Die Kosten eines Ehescheidungsverfahrens sind nicht unbeachtlich. Es entstehen nicht nur Gerichtskosten, sondern auch Rechtsan-waltskosten, die nach dem vom Gericht festzusetzenden Verfahrenswert berechnet werden. Wer nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen diese Kosten nicht aufbringen kann, für den besteht die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe zu beantragen. Rechtsschutzversicherungen tragen diese Kosten in aller Regel nicht, oftmals werden aber die Kosten einer Erstberatung übernommen.